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Dienstag, 30. August 2011

Dienstag, 30. August 2011

Nicht zu glauben, aber es ist soweit:

Meine sieben Sachen sind verstaut, meine Wohnung ist entkeimt und ich bin allmählich doch bereit (auch psychisch) nach Deutschland zurück zu kehren.
Traurig macht mich der Gedanke schon hier abreisen zu müssen, aber ich freue mich auch auf zu Hause!

Allerdings werde ich so einige Dinge vermissen, wenn ich wieder in der Heimat bin:
Kakigôri, Sashimi, das Einpacksystem im Supermarkt, funktionierende Klimaanlagen in öffentlichen Verkehrsmitteln, ein festes Einkommen ... und natürlich das wöchentliche Verfassen eines Blogeintrages.

Kommen wir nun also zum letzten Eintrag, den ich hier vor Ort verfassen kann:

Die letzte Woche war geprägt von Abschiedsparties, vielen Tränen (nicht nur von mir), Hitze und jeder Menge Verbeugungen und Danksagungen...

Die erste Abschiedsparty für mich fand am Freitag in Little World statt. Es war eine recht intime Feier, wo wirklich nur Leute gekommen waren, mit denen ich zusammen gearbeitet habe und die mir demnach auch entsprechend am Herzen lagen. Darüber war ich auch verdammt froh... Wer verabschiedet sich schon gerne von Menschen, die einem letztendlich gleichgültig sind?


Es war wie gesagt, intim und sehr herzlich: So sehr, dass irgendwann sogar der massivste Damm, den ich mir erbaut hatte, brach und die Tränen einfach nicht mehr zu stoppen waren. Zum Glück war ich da allerdings nicht die Einzige.
Und am Ende wurde so ziemlich jeder von mir noch mal so richtig dolle gedrückt... ob er nun wollte oder nicht! (Ist halt der Nachteil, wenn man sich mit Europäern einlässt! ^__^)

Am Samstag hieß es wieder Night-Event und da ich am Sonntagabend zu einer weiteren Party eingeladen war, stellte der Samstag für mich die letzte Möglichkeit dar, mir ein letztes Mal das Little World-Hanabi anzusehen.
Und auch wenn es nur knapp 7 Minuten ging, war es wirklich schön und war für mich ein gelungener Abschied von Little World.


Wie bereits erwähnt gab es auch am Sonntag eine kleine Abschiedsparty. Diesmal mit Ô-chan, den Gastfamilien und der lieben Cham. (Die Kleine habe ich ja wirklich ins Herz geschlossen!)

Am Montag war ich zum allerletzten Mal in Little World. Es war eigentlich nicht geplant, aber Tajima-san hatte so lieb gefragt, ob wir nicht noch einmal etwas zusammen unternehmen könnten, da konnte ich nicht nein sagen!
Also sind wir bei der größten Hitze durch den Park marschiert, haben in so gut wie jedem Land Halt gemacht und Eis gemampft und ich habe bei der Stamp-Rallye wieder einmal das Kind in mir zum Vorschein gebracht. ^^'

Nach einem langem (traurigen) Abschied, ging es zunächst mit Ô-chan zur Post, damit ich endlich meine Pakete verschiffen konnte und anschließend habe ich mich auf mein Rad geschwungen und bin runter zum Kisogawa geradelt, weil ich mich dort mit Semaishi-san, Yokoyama-san und Yonezawa-san (Arbeitskollegen) zum ukai verabredet hatte.
Ukai bezeichnet in Japan die Kormoranfischerei... also den Fischfang mit Hilfe zahmer und dazu abgerichteter Kormorane.
Bevor wir diesem Spektakel allerdings beiwohnen konnten, hieß es erstmal: Rein ins Boot, hinaus auf den Fluss und bei einer gemütlichen Bootsfahrt Abendbrot essen!
Als es stockdunkel war, kamen dann auch die mit Fackel beleuchteten Fischerboote hinzu.
Es war ein wahnsinnig schöner Anblick! *.*
Und auch wenn mir die Tierchen ab und an recht leid taten (die Fischer sind ja nicht gerade liebevoll mit den Vögeln umgegangen), war es doch echt interessant und ich war letztendlich froh, dass ich es doch nochmal geschafft habe, mir das ukai ansehen zu können.

Nach den ganzen Aktionen der letzten Tage, stand der heutige Tag nur unter einem Motto: Aufräumen, Sauber machen, Taschen packen!
Eigentlich wollte ich mich ja noch mit jemanden in Nagoya treffen, aber er konnte dann doch nicht kommen und ich muss mir selber eingestehen, dass ich doch froh darüber war:
Ich habe den Tag heute einfach gebraucht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich alles sonst noch rechtzeitig auf die Reihe bekommen hätte...

Naja, wie dem auch sei...
Als krönenden Abschluss, wurde ich noch einmal von Steffi zum Abendessen eingeladen. Was ich natürlich dankend annahm. ;)
Zum einen, weil in meinem Kühlschrank (abgesehen von einer Büchse Bier) gähnende Leere herrschte und zum anderen, weil ich mich natürlich noch mal anständig verabschieden wollte.
Und da ihre Familie zu einem recht spontanen Tripp nach Tôkyô aufgebrochen war, hatten wir das Haus für uns und konnten bei leckerem Essen nochmal ein paar letzte Gedanken über Japan austauschen...
Es war nochmal ein echt schöner Abend...

Und nun sitze ich hier, trinke mein Bier, wobei ich so gar keine Ahnung habe, wie das in meinen Kühlschrank gekommen ist... und bin dabei den morgigen Tag zu planen.
Auch wenn es eigentlich nicht viel zu planen gibt:
Gegen 7°° holt mich ein Arbeitskollege ab und bringt mich zum Bahnhof, von dem aus ich mit Ô-chan zum Flughafen aufbrechen...
Der Rest steht ja schon fest:
10.30 Uhr Abflug in Nagoya und um 19.10 Uhr Landung in Dresden.

Und ganz ehrlich: Jetzt da alles gepackt ist, bin ich schon leicht hibbelig und freue mich auf den Flug und auf die Reise zurück.
Ich wette morgen um die Uhrzeit sieht das bestimmt schon wieder ganz anders aus! ^^'

In diesem Sinne verabschiede ich mich erstmal!

Wie sehen uns in Deutschland wieder! <3

PS.: Auf Wunsch einzelner Herrschaften, gibt es jetzt noch ein paar Bilder von mir im Dirndl...

Einmal mit Uozumi-san...
















... und einmal mit Aman! <3

Mittwoch, 24. August 2011

Mittwoch, 24. August 2011

Es ist soweit:
Morgen beginnt meine letzte Woche hier in Inuyama.

Ein bisschen schwermütig macht mich der Gedanke schon, allerdings bin ich, seit mir vor ein paar Tagen die Manga-Version von Jane Austens "Emma" in die Hände gefallen ist, im Shôjo (zu dt.: kleines Mädchen)-Modus, was sich dann doch schon recht stark auf mein Gefühlsleben auswirkt:
Alles ist toll, rosa-rot und romantisch.
Auf Arbeit bekommen unsere Hüte von mir eine Extraschicht Rüschen- und kitschige Blumenverzierungen verpasst und zu Hause lechze ich nach Austens Werken (ganz besonders nach meinem Favoriten: Sense and Sensibility).

Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, ist das bestimmt nur ein jämmerlicher (wenn auch recht gut funktionierender) Versuch meines Unterbewusstseins, mich von traurigen Abschiedsgefühlen abzulenken.

Und weil es langsam wirklich ernst wird, versuche ich noch ein bisschen was von Japan zu sehen, bevor ich wieder in die Heimat "muss".

Gestern war ich mit Ô-chan und Cham-chan im Gifu-jô.
Da war ich zwar schon mal, aber da Ô-chan am Morgen so gar nicht wusste, was sie mit uns unternehmen wollte (das nenn ich gute Vorbereitung ^^) und Cham-chan Gifu noch nicht kannte, habe ich irgendwann (nach etlichen Hin und Her-Diskussionen) bestimmt, dass wir alle nach Gifu fahren werden.

Es war auch echt lustig (mit anderen machen solche Ausflüge eben doch mehr Spaß) und da es die Nacht davor ein (herrliches) Unwetter/Gewitter gegeben hatte, war die Luft angenehm erfrischend und auch die Temperaturen stiegen nicht über 25°C.
Mehr gibt es zu dem Ausflug eigentlich nicht zu sagen, nur dass es mal wieder ziemlich lustig war.


Deshalb komme ich gleich zum heutigen Tag.
Da hatte mich meine Arbeitskollegin Semaishi-san eingeladen, gemeinsam mit ihrer Familie nach Takayama zu fahren.
Ein bisschen Bammel hatte ich diesbezüglich ja schon:
Knapp 3 Stunden Fahrt, mit drei kleinen (doch recht aufgeweckten) Jungs und Semaishi-san, die wirklich schrecklich lieb ist, aber es mir sprachlich gesehen echt nicht einfach macht. Ich verstehe sie einfach manches Mal nicht...
-.-'

Die Fahrt begann um 6°° in der Früh.
Man sammelte mich am Bahnhof ein und von da aus ging es erstmal nach Kani, wo die beiden Jüngsten bei den Großeltern abgeladen wurden.
Nun waren wir nur noch zu viert und die Fahrt war recht amüsant und kurzweilig.
Mit dem Verständnis ging es relativ gut, auch wenn ich Mühe hatte, die Geschichte vom "Rattenfänger von Hameln" verständlich rüber zu bringen. (Zumal ich am Anfang Hameln mit Bremen verwechselt habe und dieses Märchen zum Besten gegeben habe!
-.-')



In Takayama angekommen (nebenbei eine echt schöne Stadt, die ein kleines bisschen an Kyôto erinnert), sind wir über die o-miyage-Meile spaziert und anschließend weiter zum "Hida no sato" (Hida-Museumsdorf) gefahren. Bei der Anlage handelt es sich um ein Museumsdorf... welches Gebäude des 17., 18. und 19. Jahrhundert präsentiert.
Nicht nur, dass ich von den Gebäuden angetan war, es gab auch recht viele Mitmachaktionen:
Traditionelles Wasserpistolen-Weitschießen, Sembei (Reiscracker)-Herstellung, traditionelle Geschicklichkeitsspiele, die ich trotz meiner Ungeschicklichkeit gemeistert habe und natürlich eine Stamp- und Quiz-Rallye. Die letzten beiden Aktionen waren eigentlich für uns "Kinder" bestimmt, aber letztendlich habe ich mit dem o-tôsan, alleine um die Wette gerätselt.





Und wo ich gerade bei dem Herrn Semaishi bin:
Mein Gott, ist der ein ... gut aussehender (junger) Mann. *.*
Hätte ich den auf der Straße gesehen, hätte ich ihn nicht für einen Vater von 3 Kinder gehalten...
Ich war auch schon drauf und dran meiner Arbeitskollegin Glückwünsche für diese hervorragende Wahl auszusprechen (so als kleiner Spaß unter uns Frauen), allerdings ließ ich es am Ende sein.
Denn als ich das letzte Mal einer Frau sagte, dass ihr Mann echt gut aussieht, ist diese knallrot geworden und hat irgendwas genuschelt, von wegen, dass sie ihren Mann nicht (nur) deswegen geheiratet hat.

Nach dem wir uns den Bauch an einem Hotel-Buffet voll geschlagen haben (und damit übertreibe ich nicht), ging es weiter über Berge und Tunnel zum Dorf Ogimachi in Shirakawa-gô. Das historische Dorf gehört mit noch 2 weiteren Dörfern zum Weltkulturerbe und besteht hauptsächlich aus Häusern, welche im sogenannten Gasshō-zukuri-Stil gebaut worden sind. Charakteristisch für diesen Baustil sind die robusten Strohdächer, die selbst starken Schneefällen trotzen.

Das Dorf war (wie gesagt "Shôjo-Modus") extrem romantisch. Diese hübschen Häuschen, gelegen an einem wunderschönen Fluss, umgeben von majestätischen Bergen... *seufz*





Nach einem ausgiebigen Spaziergang, machten wir uns gegen 16°° an die Heimreise.
Und ca. 18.30 Uhr waren wir wieder bei den Großeltern in Kani, wo ich zum Abendessen eingeladen wurde, mal wieder das Klischee "Alle Deutschen trinken total gerne Bier" bestätigen musste und am Ende mit dem Lösen des Magic Cube, alle in Staunen versetzt habe. (Mich inklusive... schließlich habe ich so ein Teil das letzte Mal vor einem Jahr in der Hand gehabt.)

Soooo... und nun bin ich Müde und werde wahrscheinlich auch gleich ins Bett fallen, damit ich morgen gestärkt in die letzte Woche starten kann.
Ich werde es noch mal so richtig genießen! ;)


Ahh, wo ich gerade dabei bin:
Letzte Woche, wurde mir bestätigt, dass man doch irgendwie froh ist, über meine Art einige Kunden auf ihre Fehler hinzuweisen:
Es war Sonntag, das Wetter war mies (Regen, Regen und nochmals Regen) (ein Grund weshalb wir an diesem Tag auch alle eher nach Hause durften) und es war nicht wirklich etwas los.
Ich sitze im Kostümverleih, als Tajima-san herein kommt, leicht genervt über Gäste, die -obwohl wir sie ausdrücklich darum gebeten haben, mit den Kostümen nicht in den Regen hinaus zugehen, draußen im Regen standen und fröhlich posierten.
Tajima-san redet und redet... Irgendwann fallen die Worte: "Aber ich kann da jetzt nicht raus gehen. Das wäre schrecklich unhöflich..." und ihr Blick fällt auf mich.
Ich: "Soll ich rausgehen und den Gästen sagen, dass sie rein kommen sollen?"
Tajima-san: "Oh würdest du das wirklich machen!? Das wäre ja so nett von dir!... Ich darf es ja nicht.... und du ja eigentlich auch nicht, aber da du ein Ausländer bist, geht das schon in Ordnung!"
Ich also raus, habe den Weibern höflich, aber bestimmt mitgeteilt, dass sie gerade totalen Mist verzapfen und sie wieder ins Haus gescheucht.
...
Man, dass war der Höhepunkt des Tages! ^_____^

Donnerstag, 11. August 2011

Donnerstag, 11. August 2011

Kaum zu glauben wie schnell die Zeit verfliegt...

In Little World hat das Sommerprogramm begonnen, weshalb der Park nun so gut wie jeden Tag bis 21°° geöffnet hat.
Da ich allerdings an einen Arbeitsvertrag gebunden bin, der 8 Stunden am Tag festlegt, muss ich lediglich von 11.30 Uhr bis 19.30 Uhr arbeiten.

Und natürlich ist der Park wieder mit bunten Lichtern geschmückt:



Den fleißigen Lesern unter euch dürfte der Anblick schon von den Weihnachtsfeiertagen bekannt sein... nur dass es jetzt recht warm ist und dass man, auf dem Weg zum Gate, von riesigen Käfern attackiert wird... Der Kleine war zwar letztendlich nur ca. 7 cm groß (und recht putzig), aber erschrocken bin ich im ersten Moment dann doch schon, als ich im Halbdunklen was auf meiner Brust rumkrabbeln gesehen habe...

Und wo wir gerade bei Tieren sind:

Gestern war ich mal wieder mit Ô-chan unterwegs und zwar im Monkey Park.
Es war ein verdammt heißer Tag, weshalb wir uns die meiste Zeit im Freizeitbad-Bereich des Parks aufgehalten haben.
Mit von der Partie war auch noch Cham-chan, eine Austauschstudentin aus Vietnam, die auch schon beim Hina-Matsuri im März dabei gewesen war.

Es war echt lustig... vor allem weil ich festgestellt habe, dass ich immer noch mehr Selbstbewusstsein habe, als meine zwei Begleiterinnen.

Nichtsdestotrotz haben wir uns in die "Fluten" gestürzt, wobei ich erwähnen muss, dass die gesamte Anlage schon mehr auf Kinder ausgerichtet war... so dass mir das Wasser maximal bis zum Bauchnabel ging... Aber es war trotzdem schrecklich schön... zumal ich seit April nicht mehr baden gewesen war... (Moment, bin ich in Rheinsberg überhaupt in einem See gelandet?...)
Und dann haben Cham-chan und ich die Rutsche entdeckt...
Ein mördermäßiges Ding!

Ich weiß ja nicht, wie andere es in ihrer Kindheit gehandhabt haben (Gott, ist das grammatikalisch überhaupt ansatzweise richtig? Ôo), aber bei meinem Bruder und mir hieß es immer: Willst du Speed haben, musst du deine Pobacken entblößen.
Und das hat auch immer funktioniert...

Jaaa... nur hatte man bei dieser Rutsche auch ohne diese spezielle "Technik" richtig Fahrt drauf... so dass meine erste Rutschpartie recht fix vorbei war.

Das haben wir ca. 6 Mal gemacht, bis wir die gesamte Angelegenheit als "riskant" eingestuft haben (mein Rücken ist voller blauer Flecke >,<) und uns lieber im Kinderspielbecken, in der Nähe des Frischwasserzuflusses geaalt haben.

Dort hatte ich dann auch mal Zeit mir die Bademode der anderen (weiblichen) Gäste anzusehen.
Und es war echt interessant: Shorts, T-Shirts, Strickjacken (kein Witz!), Neopren-ähnliche (aber viel weitere) Anzüge... nur die wenigsten trugen Bikini...
Da stellte sich mir echt die Frage: Warum tuen sich die Weiber das an? ... Haben sie echt so große Hemmungen? Hatten sie schlimme Unfälle und wollen die zurückgebliebenen Narben verbergen? Wollen sie einfach nur mal wieder ihren weißen Teint nicht verlieren? Oder sind sie etwa tätowiert?
Das ist kein Scherz: Leute mit Tattoos sieht man in öffentlichen Bädern nicht so gerne.
Denn in Japan denken alle, wenn das Wort "Tattoo" fällt, augenblicklich an die Yakuza (die japanische Mafia). Bei deren Mitgliedern ist es nämlich üblich sich (als Zeichen der Zusammengehörigkeit) großflächige Tätowierungen stechen zu lassen, die teilweise echt geil aussehen! >____<
Aus diesem Grund begrüßte uns gleich am Eingang auch diesem Schild:


Ich fand es echt witzig... zur großen Verwunderung meiner Begleiterinnen. Nun ja, neben dem ganzen Wasserspaß gab es natürlich auch noch andere Sachen im Park zu erleben: Riesenrad, (Wildwasser-) Achterbahn und Teetassenkarussell fahren, wobei letzeres nicht gerade magenfreundlich war... und natürlich gab es jede Menge Affen:




Nachdem man uns Kinder mit einer großen Portion Kakigôri ruhig gestellt hatte (ganz ehrlich: Kakigôri brauchen wir auch in Deutschland!), ging es zurück zum Auto und Ô-chan hat mich an meiner Wohnung abgesetzt, damit ich mich frisch machen und umziehen konnte für den Abend.
Denn um 19.30 Uhr sollte am Kisogawa-Ufer ein großes Feuerwerk starten, dass wir uns gemeinsam ansehen wollten.
Ich sollte um 19°° bei Ô-chans Haus sein... da ich nun mal Deutsche bin, kam ich 10 Minuten vor der Zeit dort an.
Meine erste Frage, da alle noch am Essen waren: "Wollen wir nicht gehen? Wir kommen noch zu spät..."
Ô-chans Antwort: "Wir haben noch seeehr viel Zeit!"


Naja... ich wusste, dass sie im Unrecht war... schließlich kann ich die Uhr lesen, aber ich habe nichts dazu gesagt und als es langsam gegen 19.30 Uhr ging und sich die Ladies zum Yukata-Anziehen ins Schlafzimmer zurück gezogen hatten, habe ich (mal wieder) mit dem Herrn Ôgawa in der Küche gesessen und mir mit Sake die Welt (und die Zeit) schön getrunken...
Ich glaube aufgebrochen sind wir gegen 19.50 Uhr...

Ô-chan im Stechschritt voran. Ich in der Mitte, immer ein Auge auf Cham-chan, die in ihrem Yukata nicht so recht hinterher kam. (Diesbezüglich sind die Dinger schon recht unpraktisch.)
Da man ab und an ein bisschen was vom Feuerwerk sehen konnte, hatte ich irgendwann auch keine Lust mehr Ô-chan hinterher zu rennen. (Zumal ich auch ziemlich sauer auf sie war...) Lieber habe ich der kleinen Vietnamesin Gesellschaft geleistet.

Gegen 20.05 Uhr erreichten wir dann das Flussufer und konnten noch in aller Ruhe (eingequetscht zwischen Menschenmassen) die restlichen 15 Minuten des Feuerwerks (was im japanischen übrigens Hanabi heißt) genießen.
Anschließend sind wir noch ein bisschen auf der Uferpromenade, die voller Menschen und Verkaufsständen war, entlang geschlendert, bevor es wieder nach Hause ging.

Ich weiß, es war ein recht kurzes Vergnügen. Aber ich habe endlich mal ein richtiges japanisches Feuerwerk gesehen (auch wenn es nur ca. 30% davon waren), ich habe festgestellt, dass ich auch an den Füßen schwitzen kann und ich hatte auch noch was für das psychische Wohl: Soooo viele Kerle in Yukata(s)... Gott, das war ein Augenschmaus! >____<
Habe ich schon mal erwähnt, dass (asiatische) Kerle in Yukata(s) einfach nur scharf sind?
Könnten die ruhig öfter tragen...

Und zum Schluss gibt es noch ein paar Fotos von Hanabi:




Mittwoch, 22. Juni 2011

Mittwoch, 22. Juni 2011

Und schon wieder ist eine Woche vorbei!
Kaum zu glauben, wie die Zeit verfliegt! °o°

So langsam wird es draußen unangenehm... Die schwüle Hitze ist echt ziemlich schrecklich! Jeden Abend bin ich froh, wenn ich aus dem Dirndl raus und mich unter meine Dusche stellen darf...
Ansonsten gab es am Sonntag gute Neuigkeiten für mich:
Mein Chef hat wohl bemerkt, dass ich eventuell Geld bräuchte und hat mir schon mal die Hälfte meines Gehalts auf mein Konto überwiesen! *freu* ^o^
Das war ein Jubel, als ich den Lohnschein bekommen habe! ^^
Vor lauter Freude war ich am Montagabend gleich mal einkaufen und zwar ein paar Schuhe, mit denen ich schon seit einer Weile geliebäugelt habe.
Zwar sind es Herrenschuhe und die Verkäuferin hat etwas seltsam geguckt, als ich sie anprobiert habe, aber sie passen und mit dem richtigen Spray, halten sie auch Regen sehr gut ab.

Apropos Regen:
Da das Wetter gestern ziemlich unbeständig war, habe ich kurz entschlossen einen Ausflug zu einem Ort gemacht, über den ich schon viel erzählt und den ich schon zig Mal besucht habe (nur eben noch nicht richtig...).
Richtig geraten:

Ich war gestern im Little World.








Es war ein angenehmes Gefühl mal ohne "Arbeitskleidung" in dem Park herum zu laufen. Es hatte was befreiendes mal auf der anonymen Seite des Gastes zu stehen... auch wenn mich viele Arbeitskollegen erkannt und mit mir nen kleinen Plausch angefangen haben...
Naja, ich habe Fotos gemacht, Eis gegessen und saß nach etwa 5 Stunden wieder im klimatisierten Bus Richtung Inuyama.
Dort habe ich mich dann auf die Suche nach Sonnencreme begeben.
Ich weiß nicht wieso, aber nicht jeder Laden führt dieses Produkt. Ich musste wirklich ganz schön lange suchen und fand am Ende folgendes Angebot:
Eine ca. 200 ml Flasche für (haltet euch fest!) ... ca. 2200 Yen!
Ich dachte erst ich seh nicht richtig... Als sich der Preis nach mehrerem Augen-Rubbeln immer noch nicht verändert hatte, war auch mir klar, dass es wohl doch keine Einbildung sein konnte.
Gekauft habe ich mir die Flasche selbstverständlich nicht! Dafür ist mir mein Geld echt zu schade...
...
Allerdings standen an der Kasse noch einige andere Angebote herum, bei denen ich dann doch noch zu gegriffen habe.
So bin ich nun stolzer Besitzer einer 815 Yen teuren 100ml Sonnencreme-Flasche. >,<
Gott...

Aber immerhin ist mir nun klar, weshalb die hier alle mit Sonnenschirm, Armstulpen, Rollkragenpullis etc. durch die Kante rennen: Nicht nur weil sie auf ihren weißen Teint achten, sondern wohl hauptsächlich weil Sonnencreme ein Luxusprodukt ist.
(Ich meine, wer kann sich sowas denn schon leisten?)

Nach der gestrigen Schwüle (im Übrigen echt unpraktisch für das Trocknen von Wäsche) war es heute lediglich heiß und ab und zu zeigte sich mal die Sonne.
Mein Plan war mit dem Fahrrad zum Furopark zu fahren und mir die dortigen Wasserfälle an zusehen.
Allerdings kam ich nicht weit:
Etwa einen Kilometer hinter dem Bahnhof Inuyamayuen hörte der Fußweg auf und "mündete" auf die viel befahrene und kurvenreiche Straße.
Ich bin zwar noch nicht lange hier, aber dennoch lange genug um mitbekommen zu haben, dass Japaner alles andere als ruhige und besonnene Autofahrer sind...
Ich werde ja schon als Fußgänger nervös, wenn anstatt eines Fußweges nur ein kleiner Randabschnitt auf der Straße existiert, wo man lang laufen darf und die Autos an einen vorbei preschen...
Da ich keine Lust hatte unter die Räder zu kommen, habe ich kehrt gemacht, bin zurück zum Kai gefahren, habe mich ans Wasser gesetzt, meine Füße rein gehalten, ein bisschen was gezeichnet und bin etwa 3 Stunden später wieder zurück zum Appartement gefahren.

War zwar nicht gerade aufregend, aber wenigstens war ich an der frischen Luft! ^^

Tja, dass war es auch schon von mir.
Viel mehr zu erzählen gibt es diese Woche nicht.

Ach doch eins noch:

Japaner scheinen Insekten ja überhaupt nicht leiden zu können. Da macht man mit Insektenspray auch schon mal jagt auf Fliegen und Wespen. Allerdings habe ich erfahren, dass Hirschhornkäfer (mal davon abgesehen, dass die Viecher hier 15 cm groß werden) gerne als Haustiere gehalten werden. Habe gestern dafür auch die passenden Utensilien im 100Yen-Shop gesehen: Leckerlis, hübsche kleine Wohnboxen, Minispielzeugkäfer und alles was das Käferherz begehrt.
Ich weiß auch nicht wieso, aber als ich das gesehen habe, dachte ich einfach nur: Typisch Japan! ;)