Mittwoch, 17. November 2010

Donnerstag, 18. November 2010

Seid gegrüßt ihr Lieben!

Endlich hab ich mal wieder Zeit etwas Kleines zu verfassen. ^^ *freu*
Eigentlich habe ich gestern auf Arbeit den Blog schon auf Konzeptpapier vorgeschrieben und müsste jetzt nur noch die Reinschrift übernehmen, aber dann hab ich so bei mir gedacht... Ach, wen kümmert es was ich gedacht habe!?
Ich fang einfach mal an!

Also...
Letzten Montag, das dürfte der 8. November gewesen sein, gab es in Little World eine Einweisung zum Umgang mit Feuerlöschern.
Ich dachte ja zuerst, dass wir im Kreis sitzen und einen Vortrag bzw. ein Lehrvideo (oder irgend so was in der Art) anhören müssen... Naja, die Sache mit dem Vortrag stimmte, allerdings machte den Großteil der Einweisung der praktische Teil aus. Und dieser sah so aus, dass sich jeder bei dem Ruf "Feuer" einen Helm aufsetzten, sich nen Feuerlöscher schnappen, damit zu nem Schild, auf dem ein kleines böse-guckendes Feuerchen abgebildet war, rennen und das arme Calcifer bekämpfen musste.
Es war wahnsinnig lustig! :D

Leider war der Abend das genaue Gegenteil. Marie und ich waren wieder einmal bei Ôgawa-san zum Abendessen eingeladen. Zunächst hatten wir erstmal leichte Orientierungsschwierigkeiten. (Es war kalt und dunkel und wir konnten uns beim besten Willen nicht daran erinnern, wo Ô-san mit uns das letzte Mal lang gefahren war.)
Nach einer knappen Stunde waren wir dann allerdings am Ziel angekommen und wurden mit großem Hallo empfangen. Es wurde gegessen und anschließend präsentierte man uns das Homestay-Programm der Inuyama Junior Highschool, bei dem Marie und ich versprochen haben teilzunehmen.
Allerdings dachten wir damals, dass wir dort unsere "alten" Gastfamilien treffen und mit denen einen schönen Tag verbringen (oder irgend sowas in der Art)... Aber leider denke ich eindeutig zu viel! (Allah du hast Recht! Ich sollte es bleiben lassen! -.-)
Denn bei diesem Programm sollten wir neue Gastfamilien kennenlernen und bei denen 2 Nächte übernachten.
Ok, neue Leute kennenzulernen ist ja nicht verkehrt und dagegen war auch nichts einzuwenden, aber das mit dem Übernachten passte Marie und mir gar nicht. Das mag vielleicht keine große Sache sein, aber uns beiden gefiel einfach nicht, dass wir von der ganzen Sache erst 3 Tage im Voraus in Kenntnis gesetzt wurden und dass alles bereits über unseren Kopf hinweg entschieden worden ist. Zudem betonte Ô-san immer wieder, dass wir das tun müssen.
Noch ein Punkt, der uns zuwider war. Schließlich sind wir in Europa (und ich sogar schon hier in Japan) Erwachsene... Niemand hat uns irgendwas zu befehlen. Aber anscheinend gelten hier andere Gesetze! >,<
Am Ende des Abends standen Marie und ich wieder vor unserem Appartements. Wütend, überrumpelt und mit Bergen von Geschenken in den Armen. Denn jedesmal, wenn wir gemeint haben, dass wir nicht bei den Gastfamilien schlafen wollen (und das haben wir sehr oft gemacht), hat Ôgawa nur gelächelt und uns irgendwas in die Hände gedrückt.

Der absolute Tiefpunkt des Abends jedoch war, als ich erfahren habe, dass wir laut Arbeitsvertrag nur im Januar und Februar sowei von Juni bis August Urlaub beantragen dürfen... Was ja spitzen Zeiten sind, um kleinen deutschen Ulli-Besuchern Japan zu präsentieren. (Also echt: Japan im Sommer ätzt und im Winter ist das Wetter total unbeständig! ... Und im Frühjahr gibt's doch die Kirschblüte! >.< )
Aber es steht halt im Vertrag und ist damit unanfechtbar!

(Lustig allerdings war: Als wir endlich das Haus gefunden hatten, kam eine alte Frau mit Hund vorbei. Wir dachten es wäre die Oma des Hauses, die wir beim letzten Besuch bereits kennengelernt hatten. Marie und ich stürmen also auf die alte Frau los und rufen (frei übersetzt): "O-Baa-chan, O-Baa-chan, endlich haben wir euer Haus gefunden." worauf wir nur verwirrt-beängstigte Blick und wildes Kopfschütteln ernten... Bis wir zwei kapiert haben, dass es sich bei der Oma nicht um die Ôgawa-o-Baa-san handelte, hat es eine Weile gedauert! ^^'' Upps! )

Die Tage bis Freitag waren ein Wechselbad der Gefühle. Von "Ist das alles Schei*e" bis zu "Ich will da nicht hin! Ich wiiiiill nicht!!!"
Das einzig Gute an der Sache war, dass das Eis zwischen Marie und mir geschmolzen ist!
Not schweißt eben doch zusammen! ^^

Und dann war es am Freitagabend soweit:
Wir wurden zur Schule gefahren, durften uns kurz vorstellen und haben die Gastfamilien kennengelernt. Nach einem kurzen Plausch (was ne lustige Mischung aus Englisch und Japanisch war) ging es zu den Autos und zur Gastfamile.
Das Haus war nicht weit von meinem Appartement entfernt und am frühen Abend hatte ich noch die Idee einfach gegen 11°° meine Sachen zu schnappen und zu verschwinden.
Allerdings war die gesamte Familie so herzlich und lieb, dass ich den Gedanken gleich nach der Ankunft wieder verworfen habe.
Zwar gab es einige Verständigungsschwierigkeiten, aber die Mutter und ich sind dann immer schnell auf Englisch ausgewichen. Was wunderbar funktioniert hat. ^___^
Besonders niedlich fand ich die jüngste 11 Jahre alte Tochter der Familie. Die ist immer wieder zu ihrer Mutter hin und hat von deren Dolmetscher-Fähigkeiten Gebrauch gemacht. Immer wieder kam "Mama, frag Maria mal das und das..." Die war einfach zum Knuddeln! o^.^o

Das ist meine "neue" Familie... damit wären es dann drei! XD
Hirohito (O-Tou-san), Mao (14-Jahre), Riko (11 Jahre) und Masako (O-Kaa-san)... Der 16 jährige Kouta ist leider nicht mit drauf... Der musste zur Juku (Paukschule)! :(

Geschlafen habe ich in den zwei Nächten übrigens im Zimmer der Eltern! OoO
Was für mich echt schlimm war... denn obwohl ich immer wieder betont habe, dass ich auch irgendwo auf dem Boden schlafen könnte, bestand Masako beharrlich darauf, dass ich dort bleiben soll.
Was blieb mir also anderes übrig!?
Zudem hatte es auch seine Vorteil im besten Zimmer des Hauses zu nächtigen:
Ich konnte endlich mal wieder in einem richtigen Bett mit Matratze schlafen! (Der Himmel sag ich euch! *.* ) Auch wenn ich mich mit der Zeit an meinem Futon, der von mir im Übrigen mit etlichen Bettdecken "verweicht" wurde, gewöhnt hab.

Am nächsten Tag ging es mit meiner Gastschwester Mao zur Inuyama Junior Highschool, wo wir einen ganzen Tag verbracht haben. (Anmerkung: Eine Junior Highschool (Chûgakko) wird von 12 bis 14 Jährigen besucht. Am Samstag ist in der Regel keine Schule. Allerdings werden an dem Tag Kurs oder Clubs angeboten oder es finden Festivitäten statt. An diesem Tag war es ein Musikfestival.)
Es war schrecklich interessant!

Zunächst Schuhe am Hauptportal wechseln und dann ins Klassenzimmer Rucksack abgeben. Anschließend ging's weiter zum Musikzimmer, wo noch ein Mal für den späteren Auftritt geprobt wurde.
Ich war echt beeindruckt. Erstens weil der Chor, bestehend aus der gesamten Jahrgangsstufe einfach nur genial klang und zweitens weil alles (ohne die Anwesenheit eines Lehrers) total gesittet und zivilisiert ablief. Die Schüler haben die Anweisungen des jeweiligen Dirigenten befolgt und sie haben auf die Klassensprecher gehört ohne eine dummen Kommentar abzugeben. (Sowas wäre in Deutschland wohl undenkbar! ><)
Nach der Probe ging es in die Sporthalle, wo das zweistündige Musikfestival stattfand.

Das ist eine Karakuri... eine traditionell-japanische Puppe, die dank der 5 Jungs zu traditionellen Gesängen getanzt hat.


Taiko-Trommler... die Drei hatten es echt drauf! ^^


Es war eine bunte Mischung aus klassischer (Schulorchester und Pianisten), traditionell-japanischer (Taiko-Trommler, Shamisen (eine Art Laute)- und Karakuri-Spieler) und moderner Musik (Rhythmische Sportgymnastik und Cheerleading).
Am Ende haben dann die einzelnen Jahrgänge ihre einstudierten Lieder gesungen, bevor als krönender Abschluss die gesamte Schülerschaft (knapp 700 Mann) zu einem einheitlichen Chor verschmolzen ist!
Es war atemberaubend schön. (Uniformität hat eben doch seine Vorteile! ^^)

Dann gab es Mittagessen, welches von den Mitschülern im Klassenraum ausgeteilt wurde.
Nun war auch der Zeitpunkt gekommen, wo ich mich der Klasse vorstellen sollte und zwar auf Englisch, wie man immer wieder betont hat! (Offensichtlich sollte ich bei den Jugendlichen die Englischsprachfunktion aktivieren... Was leichter gesagt war, als getan...) Beim Essen habe ich dann doch ein unterhaltsames Gespräch mit meinen Tischnachbarn auf die Reihe bekommen. Der eine hat sogar ein bisschen Deutsch mit mir geredet. ^.^ (Die waren alle so lieb zum großen dicken Gaijin Watzke-san! #^.^#)
Auch wenn sie auf dem Bild nicht sonderlich begeistert gucken... aber wer lässt sich schon gerne bein Essen fotografieren!? ^^


Nach dem ausgiebigen Mahl ging es zum Nachmittags-Kulturprogramm. Manche gingen zum Vogelhäuschen bauen, manche zum Kalligrafie-Kurs. Ich ging mit Mao zum ... Stricken!
Ja liebe Leute, glaubt es oder nicht. Als ich nach 4 Stunden den Raum verließ war ich stolzer Besitzer eines Schals. Allerdings habe ich in den ersten zwei Stunden nur dagesessen und böse meine Stricknadeln und den zu verarbeitenden Stoff angestarrt. Der gesamte Stickablauf wollte einfach nicht in meinen Schädel rein!

...
Als im am Sonntagabend wieder auf meinem gepimten Futon lag, habe ich meinen Pessimismus ein kleines bisschen verflucht. Denn obwohl ich nicht enttäuscht wurden bin (schließlich geht es von "ganz mies" nicht noch tiefer), hätte ich mir die letzten Tage voller Schwarzmalerei und negativen Gedanken echt sparen können!
(Beim nächsten Mal bin ich schlauer... obwohl ich es da bestimmt genauso machen werde! ^^'')
Das Wochenende war extrem interessant und total lustig.
Ich war mal in einer japanischen "Mittelschule", wo man als Ausländer bestimmt auch nicht oft rein kommt; ich habe neue wirklich liebe Leute kennengelernt; ich weiß nun was die Leute hier ohne eine Heizung in ihrem Haus machen (nämlich frieren oder sich in dem Raum aufhalten, wo sich die Klimaanlage befindet) und ich habe einen Schal!
Besonders letzteres ist praktisch, vor allem da meine Wintersachen wohl erst im nächsten Frühjahr hier ankommen werden. Da die inkompetente deutsche Post meine Pakete nicht zum Frankfurter Flughafen sondern zum Hamburger Hafen geschickt hat... ¬_¬
Aber hey, dann feier ich meinen Geburtstag und Weihnachten eben im Februar!
Hier komme ich sowieso nicht dazu, da ich am 23., 24. und 25. Dezember bis 20°° arbeiten darf und wenn ich gegen 21°° nach Hause komme weder über diese (heidnische) Unsitte nachdenken geschweige denn feiern kann... ¬_¬

Aber wo ich gerade bei Weihnachten bin:



Tadaaa! ^o^
Und das ist nur ein Bruchteil!
Am Hauptbahnhof von Nagoya muss weihnachts-kitschmäßig extrem die Post abgehen! XD

So Leute, jetzt habt ihr es bald geschafft! *freu* ^^
Jetzt kommt nur noch ein bisschen was vom heutigen Tag!

Heute war verdammt schönes Wetter und ich hab einfach mal nen kleinen Spaziergang gemacht. Ich bin runter zum Ufer des Kiso-Flusses, der auch als "Japanischer Rhein" bezeichnet wird. Ich bin am Ufer lang geschlendert und hab die Natur bestaunt.
Jetzt zur Herbst Zeit verfärben sich die Blätter und besonders das Rot des Ahorns ist eine Augenweide! *.*
Ich bin an vielen Tempeln und Friedhöfen vorbei gekommen und hab irgendwann eine verwilderte Treppenanlage entdeckt, die einen Berg hinauf führte.
Plötzlich war ich voller Tatendrang und Abenteuerlust.
Ich kletterte also die Stufen hinauf und kam nach einer Weile schnaufend oben bei einem Schrein an. Nach weiteren Treppen und einem Irrgarten aus kleinen Wegen und Pfaden stand ich auf einer Aussichtsplattform und konnte endlich durchatmen und die Aussicht auf die Berge und den Kiso genießen.
Es war unglaublich. Der blaue Himmel, das Wasser und das Herbstlaub... einfach wunderschön.
Als ich da oben stand hätte ich alles dafür gegeben, dass ihr das auch sehen könnt.
Ich hab zwar Fotos gemacht, aber das ist nicht das Selbe.
Wenn man eine Landschaft auf einem Bild sieht, dann denkt man sich "Ganz hübsch." Aber wenn sich diese Landschaft direkt vor einem erstreckt, dann steht man mit offenem Mund da und kann nicht fassen, dass alles was man sieht wirklich ist.
So erging es jedenfalls mir! Verbessert mich, falls ich mich irre...

Wow... da habt ihr heut ja echt viel zu lesen gehabt... Ich hoffe es war nicht allzu uninteressant! ^^''

Ganz doll liebe Grüße
Eure Watzke-san alias Mietzi alias Maria ^____^

Und zum Schluss noch ein paar Bilder mit japanischer Gegend drauf! :3

Der "Japanische Rhein"; Auf dem linken Bild kann man auch die Burg von Inuyama sehen...

Tempelanlage mit Herbstlaub im Hintergrund und abermals der Kiso-Fluss

Schreinanlage und Herbstlaub

Watzke-san, die Bezwingerin der Berge ... Beweisfoto, dass auch wirklich ich da war! ^^

Kiso ... von oben

Kiso... von unten

Watzke-san patscht im Wasser... Ich konnte einfach nicht widerstehen! ^^'

Donnerstag, 4. November 2010

Donnerstag, 04. November 2010

Hallo alle miteinander! ^o^

Es ist kaum zu glauben, aber wir haben November (nur zur Info, an all diejenigen, die es noch nicht mitbekommen haben! ^^')!

Nachdem Halloween im Kalender abgehackt wurde (und sooo spektakulär war der Abend jetzt nicht), steht nun als nächstes großes "Highlight" Weihnachten auf dem Programm. Im Kleinen Deutschland haben wir auch schon alles fein (kitschig) geschmückt. Wir haben silberne Girlanden, blinkende bunte Lichter und Weihnachtskränze aufgehangen und die Schaufenster mit riesigen Weihnachtsmännern, Engeln und Nussknackern geschmückt.
Als wir fertig waren und ich das Ganze betrachtet habe, da dachte ich nur so bei mir: "Wieso musste nur Amerika über dieses Land kommen und es derartig verkitschen!?" >,<
Mir als Sachse, die mit Erzgebirgszeug und nur einer Christbaumkugel-Farbe am Weihnachtsbaum aufgewachsen ist, fällt es nun einmal extrem schwer bei so einem Anblick nicht angewidert auszusehen... mal ganz davon abgesehen, dass wir November haben und es bis Weihnachten noch 1 1/2 Monate hin sind!

Und heute habe ich in Nagoya sogar einen riesen großen Schlitten plus Rentieren gesehen, den sie vor dem Bahnhof positioniert haben... Wo soll das nur enden!?

Und wo wir gerade dabei sind:
Ich war heute in Nagoya!


...
Schon wieder... Man, diese Stadt wird niemals langweilig! ^o^ (Hat man die Anspielung verstanden?... Nee, ich glaub nicht!... Nagut, weiter im Text!)

Eigentlich wollte ich ja erst gar nicht hin fahren. Der Plan war eigentlich, dass ich Wäsche waschen, ein bisschen Aufräumen und BioShock2 weiterspielen wollte. Aber als ich heute morgen um 9.30 Uhr aufstand und aus dem Fenster gesehen habe, da war der Himmel strahlend blau und ich dachte so bei mir, dass ich einen so schönen Tag nicht mit PC-Spielen verschwenden kann. Also habe ich fix alles zusammen gepackt was wichtig aussah und bin zum Bahnhof geflitzt.

Ursprünglich wollte ich heute die Sachen ablaufen, die ich letzte Woche nicht mehr geschafft habe.
Ich wollte also zum "Little Hongkong"-Viertel und bei der Gelegenheit ein bisschen shoppen.
Apropos "Little Hongkong":
An was denkt ihr, wenn ihr diesen Begriff hört?
Ich persönlich dachte an "Little Italy" oder auch "Chinatown" und habe mich schon darauf eingestellt, dass in den Schaufenstern ganz viele Suppenhühner hängen oder dass es ganz viele Tempel mit schrecklich viel Gold und Drachen gibt und was einem sonst noch so in den Sinn kommt, wenn man an "Little Hongkong" denkt.
Allerdings entpuppte sich "mein" Hongkong letzten Endes als das:


Richtig, ein einfaches (blödes) Restaurant! >.<

Meine Laune sank selbstredend erstmal in den Keller... allerdings besserte sich das, als ich gleich im nächsten Moment auf der anderen Straßenseite den Shirakawa-Park mit dem City-Art-Museum für Moderne Kunst und dem Wissenschaftsmuseum entdeckte.



Shirakawa-Park, City-Art-Museum und Wissenschaftsmuseum

Zwar bin ich durch den Park spaziert, aber die Museen habe ich nicht besucht. Es war immerhin schon gegen 1 Uhr und für Kunst und Wissenschaft braucht man viel Zeit... Und da ich noch weiter wollte (einkaufen... ;) )habe ich es bleiben lassen.
Aber ich denke in naher Zukunft werde ich mal einen Blick in das Kunstmuseum werfen... Schließlich lasse ich diesen Part meines Studiums seit ich hier bin ganz schön schleifen!



Schreine, Tempel, und die Verlierer der japanischen Gesellschaft... Von allen Dreien hab ich viel gesehen, aber Letzteres hat mich am meisten zum Nachdenken gebracht...


Nach vielen Straßenkreuzungen, Schreinen und Tempeln bin ich in "Akamon" gelandet.
Das Ameyoko in Akamon

Das ist ein ... ich weiß gar nicht ob es ein Viertel oder nur eine Straße ist... aber auf jeden Fall wohl die Shopping-Meile schlecht hin... würde ich als unwissender Tourist jetzt einfach mal so behaupten! ^^'
Aber da gab es wirklich alles von Klamotten, über Hightech bis hin zu Anime- und Manga-Stuff.
Auch wenn letzteres für mich ein bisschen zu viel vom bitteren Lolita-Beigeschmack hatte. In einem Laden gab es echt nur Manga und Merchandising zu diesem Thema und zu Themen, die weit darüber hinaus gehen und bestimmt nicht jedermanns Geschmack sind! ... Allerdings habe ich das erst gar nicht so mitbekommen. Alles war kitschig pink und putzig, da denkt doch auch keiner an sowas! ... Erst als die Aktdarstellungen immer intensiver wurden, wurde mir klar, wo ich gelandet war.
Danach war ich extrem vorsichtig, was Manga-Läden betraf.
Allerdings fand ich am Ende doch noch einen, der auch "normale" Ware im Angebot hatte und da die Comics und Artbooks dort günstig waren, habe ich zu geschlagen.


Das sind 5 Artbooks... 4 für mich und eins ist ein Geschenk ... Derjenige weiß es bestimmt schon, schließlich hab ich das Foto mit ihm und der Grünhaarigen auf der letzten Buchmesse total ruiniert. Ich hoffe, das reicht als Entschädigung!? ^^

Als ich am Schluss zum Bahnhof zurück gelaufen bin ist mir aufgefallen, dass es in Nagoya keine Straßenbahnen gibt, dass die Früchte von Ginkgo-Bäumen wie Erbrochenes riechen (und dass die ganze Stadt voll von diesen Bäumen ist! ><) und dass mir Nagoya nach meinem dritten Besuch keine Panik mehr einjagt! Zwar ist es immer noch riesig, aber bei weitem nicht mehr so furchteinflössend, wie beim ersten Mal. ^___^

So, das war mein Mini-Trip durch Nagoya.
Leider hab ich dieses Mal nicht so viel zu berichten, wie letzte Woche... aber es ist immer noch spannender als Abenteuer wie "Der rote Pullover, der versehentlich mit der schwarzen Hose gewaschen wurde"... Jedenfalls hoffe ich das! ^^

Freitag, 29. Oktober 2010

Freitag, 29. Oktober 2010

Na kommt euch das Gebäude bekannt vor?
...
Richtig, dass ist dieses gewundene Hochhaus gleich in der Nähe des Bahnhofs in Nagoya. (Nur dass es beim letzten Mal hell und das Bild schärfer war! ^^'')

Wie man vielleicht -durch meine leicht stümperhafte Einleitung- mitbekommen hat, war ich erneut in Nagoya gewesen.
Diesmal allerdings hatte ich, neben einem (richtigen) Plan, auch eine Stadtkarte dabei. Damit ich nicht wie beim letzten Mal blind in der Gegend herum stolpere.
Und dank der Karte kann man meinen Aufenthalt dieses Mal sogar wirklich als Sightseeing bezeichnen! ;)

Obwohl ich zu Beginn des Tages nicht recht wusste, ob ich nach Nagoya fahren sollte.
Denn es hat wie aus Eimern gegossen ... und wer macht schon gerne auf Tourist wenn es regnet!?

Naja, nach 5 minütiger Bedenkzeit habe mir meinen neuen großen Regenschirm geschnappt, meinen Rucksack mit Verpflegung und extra Schuhen geschultert und hab mich auf den Weg gemacht.

Am Bahnhof angekommen bin ich erstmal zum Elektoladen Big Camera gelaufen. Der Laden wurde mir von etlichen Arbeitskollegen empfohlen, weil es dort eine große Auswahl zu recht günstigen Preisen gibt. Den Laden konnte man recht leicht finden u.a. weil einem die riesigen Katakana direkt ins Auge sprangen. (Frag mich echt wie ich das Teil beim letzten Mal übersehen konnte!?)
Naja... als ich wieder draußen stand war ich auf jeden Fall Besitzer eines elektrischen Wörterbuches! (Ich liebe das Ding! <3)
An jeden der meine Handschrift lesen kann: Respekt! ^____^

Dann ging es in schnellen Schritten und mit ständigem Blick auf die Karte weiter zum Fernsehturm.

Bin unterwegs zufällig an einem Schrein vorbei gekommen ... und ich konnte nicht anders als ihn mir anzusehen!

Der TV-Tower von Nagoya... Erbaut 1954 und entworfen von Prof. Tachu Naito, welcher ebenfalls die Fernsehtürme von Tokyo und Sapporo entwarf. Insgesamt ist das Türmchen knapp 180 Meter hoch ... und wenn die Sicht klar ist kann man recht weit sehen ... Jedenfalls sagt das die Broschüre! ;)

Dort hab ich es mir natürlich nicht nehmen lassen zur Aussichtsplattform hinauf zu fahren und einen Blick über -das immer noch verregnete- Nagoya zu werfen.


Nachdem ich meine Schuhe und Socken gewechselt und auf einer beheizten Klobrille gesessen habe, bin ich in im Central Park herum gelaufen, habe mit Fischen kommuniziert, bin daraufhin komisch beäugt worden und bin am Ende in einer unterirdischen Einkaufspassage gelandet.
Die Koi(s) sind für meine Alex ... Sorry, dass das Bild nicht so der Hammer ist, aber die wollten einfach nicht stillhalten! >,<




Eigentlich wollte ich dort in Richtung des Schlosses laufen und somit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:
1. Würden meine Schuhe für ne Weile trocken bleiben und 2. Könnte ich eventuell was kleines Einkaufen...

Zwar sind meine Schuhe trocken geblieben und ich habe Geld ausgegeben, allerdings bin ich dem Schloss nicht wirklich näher gekommen... Als ich wieder an der Oberfläche war, befand ich mich sogar noch weiter weg, als zu vor.
Und eh ich das raus hatte, hat es seine Zeit gebraucht... Aber dank der Hilfe eines älteren Herren, der nur mal einen kurzen Blick auf die Karte werfen musste, um mir zu sagen, wo ich gerade bin, wusste ich dann doch bescheid.
Im Übrigen hat man gestern nur Englisch mit mir geredet... anscheinend gehört sich das für Großstädter so... Es war toll, allerdings auch befremdlich.

Am Ende stand ich dann also vor dem Nagoya-jô. Es war extrem beeindruckend!

Von Tokugawa Ieyasu in Auftrag gegeben war der Bau des Schlosses 1612 abgeschlossen und galt bis zur Meiji Restauration (1868) als Sitz des Owari-Clans, einer Zweigfamilie der Tokugawa.
Durch Bombenangriffe auf Nagoya brannte das Schloss im Mai 1945 vollständig nieder, wobei nur wenig von den Flammen verschont wurde. 1959 wurde das Schloss rekonstruiert.

Blick vom Schloss auf die Skyline Nagoyas und die Innenräume des Schlosses vor der Zerstörung 1945

Noch ein Fisch für meine Alex! ^^
... Ich weiß, ich weiß... es ist ein Delfin, aber es sieht aus wie ein Fisch... zumal seine Schwanzflosse senkrecht steht! ... Egal! Er ist für Alex! Und damit du weißt, was es mit dem goldenen Tierchen auf sich hat, hier ein paar wissenswerte Fakten:
Es handelt sich um eine Nachbildung der goldenen Kinshachi die auf dem Dach des Schlosses thronen. Wie das Schloss wurden auch sie im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1959 rekonstruiert. Sie sind das Wahrzeichen der Stadt und es gibt ein weibliches (Südseite) und ein männliches (Nordseite) Exemplar.


Nach einer kleinen Runde durch den Schlosspark war es 16 Uhr und ich war recht geschafft. Eigentlich wollte ich noch weiter zum Little-Hongkong-Viertel, aber ich entschied mich am Ende dann doch zum Hauptbahnhof zurückzukehren. Und da ich keine Lust hatte zurückzulaufen bin ich fix per U-Bahn gefahren. Das war weniger gruselig als gedacht, obwohl die Bahnen schrecklich überfüllt waren! >< Aber wie heißt es doch: Lieber schlecht gefahren, als gut gelaufen! :D

Anschließend bin ich noch durch die unterirdische Bahnhofspassage gebummelt und gegen 18 Uhr mit dem Zug nach Inuyama zurück gefahren.

Und ich weiß nicht woran es lag, aber als die Durchsage kam, dass wir bald Inuyama erreichen, da dachte ich so bei mir: Endlich zu Hause.
Kann sein, dass ich einfach nur müde und erschöpft war, aber ich war verdammt froh, wieder in "meinem" ruhigen Kleinstädtchen zu sein, wo man die Dächer der Häuser sehen kann ohne einen steifen Hals zu bekommen, wo alles klein und überschaubar ist, wo man die Straßen mittlerweile auswendig kennt und wo alle davon ausgehen, dass Ausländer fließend Japanisch sprechen können! ^^

Sooo, dass war mein Trip durch Nagoya.
Ich hoffe er hat euch gefallen... und wenn nicht:
Tja, kann ich leider auch nicht ändern! ;P


Ach... und da ich gerne alles mit euch teilen will, hier die Dinge, für die ich die japanische Wirtschaft angekurbelt habe:

*quiek* Daran konnte ich einfach nicht vorbei gehen, zumal es runtergesetzt war! o^.^o (Das ist ein Kalender... zumindest der veraltete Teil, der aktuelle steht bei meinem Fernsehr.)

Und Stereokopfhörer... Der von Mameshiba ist für Alex (in doppelter Hinsicht! ^^)

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Oh weh, die Zeit rast momentan ja nur so dahin!
Bald bin ich schon 2 Monate in Japan ... es ist kaum zu glauben.

Mir persönlich kommt es gar nicht so lange vor... was vielleicht auch daran liegen könnte, dass ich einfach andere Sachen zu tun habe, als über Zeit nach zu denken!
Und wo ich gerade bei der Zeit bin: Tut mir echt leid, dass ich solange nichts von mir hören lassen habe! -.- ... Ich gelobe Besserung!

Im übrigen ist in Japan nun auch (endlich) der Herbst angekommen. Es ist schon erstaunlich: Am Sonntag bin ich noch im T-Shirt zur Arbeit gefahren und heute saß ich -mit Mantel, Strickjacke und Pullover- bibbernd im Bus und habe mir Handschuhe gewünscht.
In Hokkaido schneit es übrigens schon.
Ich hoffe mal, dass der Schnee sich hier in "Zentraljapan" noch solange geduldet, bis ich meine Winterausrüstung habe. Zwar heißt es, dass es in der Gegend hier nicht so sehr winterlich zu gehen soll ... aber man kann ja nie wissen!
Und bis dahin trinke ich heißen Pfefferminztee oder den Glühwein, den jeder (Deutschland-) Mitarbeiter als Kostprobe bekommen hat und versuche meine Klimaanlage in eine Heizung um zu funktionieren.

Ansonsten ist in den letzten 2 Wochen folgendes passiert:

-Ich war auf der Geburtstagsfeier einer Arbeitskollegin:
Der Abend war wirklich witzig. Wir waren in einer Pizzeria in der Nähe von
Inuyama. Es gab extrem viel zu essen und ich war erstaunt wie viel Japaner
spachteln können. (Wo die doch alle so klein und niedlich sind... Echt fies!
>,<)

- Dann war ich noch zum Abendessen eingeladen:
Ein Hippo-Family-Club Mitglied und eine Freundin meiner Gastmutter hatte mich und Marie zu sich nach Hause zum Essen eingeladen.
Zum Glück ist mir einen Abend vorher noch eingefallen, dass man in so einem Fall Gastgeschenke mit zu bringen hat. (Wäre echt peinlich gewesen, wenn ich das vergessen hätte!)
Das Haus war im japanischen Stil eingerichtet, mit kleinem Zen-Garten, Tatamiräumen, Ikebanagestecken etc. Ach und mit einem Schrein, an dem Marie und ich uns erstmal den Schutzgöttern der Familie vorzustellen hatten.
Beim Essen wurden Marie und ich dann über unsere Familien und Leben in Frankreich bzw. Deutschland ausgefragt. (Zum Glück hatte ich meine Kamera dabei, so konnte ich ein paar Bilder von meinen Freunden und meiner Familie herum zeigen. ... Da hat mein Unterbewusstsein echt mal mitgearbeitet! ^^'') Als ich ein Bild meines Bruders zeigte und erzählte, dass er momentan seinen Wehrdienst leistet (Anmerkung: So etwas wie einen Wehrdienst gibt es in Japan nicht.), waren Ôgawa-san und ihre Familie für einen Augenblick sprachlos und fingen dann eine Diskussion darüber an, wie es der deutsche Staat wagen kann solche gut aussehenden jungen Männer zur Armee zu schicken. Es war lustig, auch wenn ich nicht viele Argumente verstanden habe. ^^'

-Und ich war auf dem Inuyama-Matsuri



Am 23. und 24. Oktober fand in Inuyama ein Stadtfest statt. Es gab viele verschiedene Programmpunkte, allerdings -da das Ganze an einem Wochenende statt fand- konnte ich nur den letzten Punkt auf der Tagesordung mitnehmen und zwar den Umzug der Festwagen.
Das war wirklich Wahnsinn! Diese riesigen mit Lampions behängten Wagen, die durch die engen Straßen von Inuyama geschoben wurden sind. Ich war von dem Anblick so begeistert, dass ich eigentlich nichts anderes fotografiert hab! ^^'
Aber natürlich gab es auch viele Stände mit Essen, Krimskrams, Klamotten und ... Fischen! ^_____^
Es ist also war: Auf Matsuri(s) kann man sich kleine (lebendige) Fische fangen und die mit nach Hause nehmen. Ich war so begeistert, dass ich am liebsten auch einen fangen wollte. Aber zum Glück hat sich dann doch noch mein Verstand gemeldet und mich gefragt, wo ich denn bitteschön das arme Tierchen hintun soll... Naja, und da ich diese Frage nicht beantworten konnte habe ich es sein gelassen.
Dafür gab es leckere Takoyaki (Oktopusbällchen) und ich habe endlich raus gefunden, was es damit auf sich hat:


Da drin werden die Festwagen aufbewahrt. (Und ich hab mir die ganze Zeit den Kopf zerbrochen, was die wohl dadrin verstecken!)

Ach noch was zu den Festwagen: Wie schon gesagt hängen alle voller Lampions, die mit Kerzen beleuchtet werden. In den Wagen sitzen Erwachsene, die Trommeln schlagen und Flöte spielen und Kinder, die feierliche Gesänge anstimmen.
Und das Ganze wird von vielen (starken) Männern geschoben (Hinten, vorne und sogar unter dem Wagen, haben sie gehockt und das Ding bewegt...)



Ich fand es toll und ich hoffe die Bilder sind einigermaßen geworden! (Sich bewegende Objekte im Dunkeln zu fotografieren ist nicht meine Stärke! ><)

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Heute habe ich (mal wieder) frei und da ich absolut keine Lust habe zu lernen, werde ich meine Energie lieber sinnvoll nutzen und mal ein bisschen von meinen letzten Tagen berichten.

Auch wenn es im Grunde nicht viel zu berichten gibt, denn glaubt es mir oder nicht (und alle Japanologen werden mich jetzt garantiert verteufeln), aber Japan ist gar nicht so aufregend wie man es sich vorstellt!
Nachdem ich nun schon 1 1/2 Monate hier ansässig bin, habe ich mich an all die kleinen Seltsamkeiten gewöhnt und sie fallen mir kaum noch auf. Aber natürlich wohne ich auch in einer friedlichen Provinzstadt und nicht in einer Millionenmetropole, wo alle paar Minuten irgendetwas passiert.

Aber ich versuche (nur für euch) doch noch ein bisschen was zusammen zu bekommen!

So langsam merkt man auch hier in Japan, dass es Herbst wird. Die Blätter an den Bäumen verfärben sich, die Temperaturen übersteigen die 25 °C-Marke kaum noch und es regnet so gut wie jeden zweiten Tag.
Aber selbst an Regentagen haben wir hier noch um die 19°C... Für mich, als Deutsche sind das ganz normale -fast schon sommerliche- Temperaturen, aber für Japaner (und kleine Französinnen) sind das die Vorzeichen einer nahenden Eiszeit.
Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich in den letzten Tagen gefragt wurden bin, ob es nicht schrecklich kalt wäre. Und obwohl ich jedesmal stur behauptet habe, dass es nicht kalt sei, wurde ich immer mit (Daunen-) Jacken, Schals und Mützen überhäuft.
Fazit: Japaner sind extreme Frostbeulen und ich habe keine Ahnung, was passiert sollte das Thermometer im Winter Minusgrade anzeigen.

Desweiteren gab es in der letzten Wochen etliche Partys auf denen ich zu erscheinen hatte.
...
Gut... es waren nur zwei... aber für meine Verhältnisse sind zwei Partys in einer Woche ausgesprochen viel!

Die erste war von der Japanisch-Deutschen-Gesellschaft Inuyama organisiert wurden und fand unter dem Motto "Oktoberfest in Inuyama" in einer Brauerei statt. Natürlich waren auch die bayrischen Jungs mit von der Partie und haben für die musikalische Untermalung gesorgt.
Die Stimmung war grandios, denn nach einigen Polonaisen, etlichen "Prosit-" Gesängen und jeder Menge richtigem Bier, hätte man meinen können man wäre auf einem echten bayrischen Dorffest gelandet: Es wurde gejubelt, gesungen und getanzt.
Aber um 9°° war der ganze Spaß dann wieder vorbei. (Ganz nach dem Motto: Wenn's am schönsten ist, sollte man gehen!)
Ich habe an diesem Abend nicht nur einen Haufen netter Japaner kennen gelernt, sondern (so als Kirsche auf dem Eisbecher) einen protestantischen Missionar!
Ich meine, wie geil ist das denn? Da gibt es in der ganzen Präfektur bestimmt nur einen einzigen Missionar und ich treff den auf so einem Fest. ... Was auch immer das bedeuten soll, ich finde es toll! ^____^ (Zumal er starke Ähnlichkeit zu Pfarrer Pohl hat... (Anmerkung: Meine Familie weiß schon was ich meine, und wer es auch wissen will schaut sich einfach den ersten Post an!))



Hier hab ich den Stimmungsbringer des Abends gefilmt, allerdings war es das letzte Prosit und es ist schon 5 Minuten nach 9... deshalb ist die Stimmung auch nicht mehr ganz auf dem Höhepunkt...


Und die andere Party wurde von den RÄRAGU-Jungs organisiert und war so eine Art Abschiedsfeier.
Diesmal fand das ganze im Little World-Italien statt und auch hier war die Stimmung bis 21°° am Kochen!
Es wurden Spiele gespielt, gesungen, es gab ne echt niedliche Schuhplattler-Einlage von vier Kolleginnen und die Jungs haben gekocht... es gab Gulasch mit Klösen! *.* *sabber* Gott, da hätte ich mich reinlegen können! <3
Ich durfte auf der Party natürlich so ein bisschen den Übersetzer spielen (mit der Hilfe meines treuen Wörterbuches hab ich das sogar teilweise hinbekommen) und am Ende hab ich es sogar geschafft die Kapelle zu einem Foto mit mir zu überreden.

Ok... zwei von ihnen gucken ganz schön grimmig, Michael sieht so aus, als würde er gleich einschlafen und die Chefin hat es extrem komisch fotografiert... aber ich bin drauf! ... Ein Beweis, dass ich da war!

So und damit war's das erstmal ... kaum zu glauben, dass doch noch was zustande gekommen ist...
Also bis zum nächsten Mal!

Eure Watzke-san

PS.: Da ich darauf aufmerksam gemacht wurden bin, dass die Kommentare hier wohl ein Eigenleben führen, hab ich mir darüber mal Gedanken gemacht und bin zu folgendem Schluss gekommen:
Keine Ahnung woran das liegen könnte... ich persönlich kann immer alle Kommentare lesen (auch wenn ich nicht angemeldet bin).
Allerdings könnte es damit zusammen hängen, dass ich das ganze System so eingestellt habe, dass auch unangemeldete Leser Kommentare abgeben können. Damit hab ich wohl eine automatische Spam-Filterung aktiviert, die erst alle Kommis auf Spam-Merkmal überprüft und veröffentlicht. Das Ganze braucht vermutlich seine Zeit, weshalb es länger dauern könnte, bis Kommentare sichtbar werden...
Also wenn euer Kommi nicht gleich erscheint, habt einfach ein wenig Geduld! :D

Dienstag, 5. Oktober 2010

Dienstag, 05. Oktober 2010

Bevor ich anfange euch mal wieder zu zutexten:

Das ist ein Friedhof (mal wieder) und er ist für meine Alex-san! ... Und es tut mir ganz doll leid, dass ich das nicht schon beim ersten Bild geschrieben hab! -.-




Ok, jetzt wo das geklärt ist, kommen wir zum heutigen Tag:

Endlich!
Endlich ist dieser lange Tage vorbei!
Heute erschienen mir die 8 Stunden Arbeit wie eine halbe Ewigkeit!
Eigentlich wollte ich jetzt eine kleine "Ode an die Arbeit" zum Besten geben, aber dazu fehlt mir gänzlich der Elan!

Also kommen wir zu anderen (positiven) Dingen! ^___^

Gestern hat ja (zu mindestens an der Martin-Luther-Universität in Halle) die Uni wieder begonnen und ich war in Gedanken bei all den Studenten, die erwartungsvoll in das neue Semester starten! Ich persönlich sehe die Sache mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Denn einerseits bin ich froh erstmal 1 Jahr nichts von Hausarbeiten, Klausuren, Referaten, Workshops oder bestimmten Professoren zu hören (zumal ich dieses Semester wirklich nicht gewusst hätte, welche Seminare ich in Kunstgeschichte belegen sollte (die sind ja alle nicht wirklich prickelnd!)), zudem arbeite ich und verdiene (vieeeel) Geld ^^, aber andererseits vermiss ich Halle, meine Freunde, die HAVAG und Kunstgeschichte!
Ich weiß auch nicht wieso, aber ich verzehre mich nach Wissen über die Geschichte der Kunst Europas! (Erklärt mich für verrückt, aber so ist es!)

Auf der Arbeit läuft zur Zeit alles relativ gut. (Anmerkung: Das "relativ" bezieht sich auf den heutigen Tag, an dem so ziemlich alles schief gegangen ist, was nur schief gehen kann...)
Ich hab sogar das Gefühl, dass meine Aufgaben an Wichtigkeit zu nehmen!
Im Kostümverleih lässt man mich mehr und mehr alleine arbeiten, ich bin für die Abrechnung am Feierabend zuständig, darf endlich anspruchsvollere Näh-Reparatur-Aufgaben übernehmen und werde stehts eingeteilt, wenn die oberen Regalreihen geputzt werden müssen (Dreimal dürft ihr raten weshalb! ^___^)
Und am Einlass darf ich jetzt immer die englischen und deutschen Durchsagen machen, was zwar toll, aber gleichzeitig auch ein bisschen sinnlos ist, denn wer spricht hier schon Englisch geschweige denn Deutsch!? (Aber so merkt wenigstens niemand wenn ich mich verspreche! ^^)

Wo wir gerade bei deutschsprechenden Japanern sind:
Gestern hab ich den siebten kennengelernt und damit stehen nun auf meiner Liste:
Ein älterer Pförtner, der am Wochenende in Little World arbeitet; ein Mitglied des Hippo-Family-Clubs, die total auf Ostdeutschland und Grimma abfährt; 4 Germanistik-Studenten aus Nagoya und ein Fahrer bei Meitetsu (eine Bahngesellschaft).
Und die sprechen alle total gut unsere Sprache! (Ich schäm mich da immer ein kleines bisschen, weil mein Japanisch so mies ist! -.-)

Aber um nochmal auf Little World zurück zu kommen (ich springe echt von einem Thema zum anderen! ><):
Da in Deutschland ja zur Zeit das Oktoberfest veranstaltet wird (oder ist es etwa schon wieder vorbei? ... Ich bin da gerade total uninformiert), findet das Ganze auch hier in Japan statt. Natürlich nicht in den Maßen wie in Bayern. Es ist kleiner... es gibt keine Betrunkenen, keine Karussells auf denen einem das Mittagessen wieder hoch kommt und das Bier wird nicht in Maßkrügen serviert. Aber dafür gibt es Musik!
Dafür sind extra aus Deutschland (Bayern) sechs Kerle angereist, die nun viermal täglich (am Wochenende fünfmal) den Japanern den Scharm der deutschen (bayrischen) Blaskapellen-Musik näher bringen wollen. Und, vielleicht liegt es an dem Dirndl, der gesamten Umgebung oder auch an der Tatsache, dass ich einen Monat mit (echt mieser) Volksmusik beschalt wurden bin, aber die Jungs machen echt gute Musik! (Oder ich bin einfach deutscher als ich glaube! ^^) Und als sie "Dschingis Khan" gespielt haben, musste ich echt an mich halten nicht lauthals mitzusingen!
Ach, und sie legen jedesmal nen feschen Schuhplattler auf Parkett.

Aber anscheinend mögen nicht alle urdeutsche (-bayrische) Musik. Denn Marie geht die ganze Angelegenheit ziemlich auf die Nerven. (Hat sie mir selber gesagt.)
Und als wir uns gestern die Vorstellung ansehen durften, habe ich mich an der Polka und an Maries versteinerter Miene erfreut!
Ihr findet das fies?
Ich nicht... jedenfalls empfand ich es gestern nicht so. Denn in den letzten Tage war unser Verhältnis ziemlich eisig, kein Lächeln, keine netter Tonfall, nur kurze emotionslose Sätze.
Und heute springt sie mich im Supermarkt regelrecht mit einem super fröhlichen "Good Evening" an und plappert auf mich ein... (Da hatte ich dann doch ein schlechtes Gewissen wegen gestern!)
Aber das Mädel ist für mich ein Buch mit Sieben Siegeln ... Kein Wunder warum es zwischen Deutschland und Frankreich immer eine gewisse Spannung gab... Die Franzosen sind schon ein komisches Völkchen!

Oh weh tut mir leid, dass ich euch mit meinen persönlichen Beziehungsaufbau-Problemen nerve!
Naja, zum Glück ist der Post ja jetzt zu Ende! ^____^

Und zum Schluss noch zwei Bildchen vom japanischen Little-World-Oktoberfest:

Das ist also die Kapelle "RÄRAGU". Die Jungs sind zwar ein kleines bisschen Maulfaul, aber nett! ^^


Da tanzen die drei gerade den Schuhplattler... Ich hätte das Ganze auch filmen können... Toll, dass mir sowas immer erst hinterher einfällt! -.-
Beim nächsten Mal!

Samstag, 2. Oktober 2010

Samstag, 02. Oktober 2010

Willkommen zur "Lernen wir doch noch ein bisschen mehr von Inuyama kennen Teil II"-Sitzung

Nachdem ich mich am Donnerstagabend mit Stefanie Sasaki-Sellmer (Anmerkung: Deutsche Ansprechpartnerin in Inuyama, hat die ganze In-Little-World-Arbeiten-Sache ins Rollen gebracht) unterwegs war und sie mir einen Fleischer gezeigt hat, wo es deutsch-schmeckende Würste gibt (Wiener, Thüringer, Weißwürste und alles was das Herz begehrt! <3 ... Natürlich auch zu einem nicht ganz unstolzen Preis...), hat sie mich noch mit zu sich nach Hause genommen und ich durfte ihre Familie kennen lernen und gemeinsam mit ihnen Abendbrot essen.
Das war aus zwei Gründen nicht schlecht:
1. Hab ich mal wieder was vernünftiges zum Essen bekommen und
2. Waren ihre Kinder soooooo zum Knuddeln! o^.^o
Colin hat mir gleich ein Bild gemalt (was jetzt an meiner Wand hängt) und Malin hat mir ihre ganzen Spielzeugschätze vorgeführt.
Die zwei waren verdammt putzig und so aufgeschlossen mir gegenüber

...Nicht wie gewisse andere Kinder, die 2 Wochen kein Wort mit mir gewechselt haben! ¬_¬

Und gestern war ich also die zweite Sehenswürdigkeit Inuyamas bestaunen und diesmal schien sogar die Sonne! *freu* ^^

Der Narita-san Tempel.
...
Ich hoffe ihr erwartet jetzt keine ausführlichen Informationen von mir...
Das einzige was ich weiß ist, dass der Tempel ein "Abkömmling" des berühmten Tempels in Narita ist, dass am Neujahrsfest massenweise Menschen zum Tempel pilgern und dass im Juli dort Sumoringer untergebracht werden, die an der Meisterschaft in Nagoya teilnehmen und dass man ihnen (wenn man die Muse hat gegen 4 bzw. 5 Uhr morgens dahin zu dackeln und wenn man zudem noch Glück hat) beim Training zusehen kann.
Ach: Und man kann von da oben aus bis nach Nagoya sehen.

Ich hab mir da oben alles angesehen und da es mir irgendwie ein kleines bisschen unangenehm war, dort zu fotografieren, während andere beten, Kerzen oder Räucherstäbchen anzünden, hab ich das auch einfach mal gemacht (nur das mit den Räucherstäbchen, versteht sich).
Und da der Mann vor mir sich den Rauch ins Gesicht gewedelt hat, hab ich es ihm gleich getan... (Erzählt mir jetzt bitte nichts von Gruppenzwang!)

Am Ende bin ich die ganzen Stufen wieder hinunter geklettert (das Wort passte genau, denn ich weiß nicht wie ich am Donnerstag die Stufen in der Burg hoch gestiegen bin, aber seitdem habe ich einen üblen Muskelkater in den Oberschenkeln! ... Ich frag mich sowieso schon die ganze Zeit, wie die kleinen Japaner, die im Mittelalter wohl noch kleiner waren als jetzt (in Europa war das ja auch so), wie die es geschafft haben diese bösartigen Stufen rauf und runter zu kommen! Die haben diese Dinger bestimmt gebaut, damit ihre Feinde da nicht hoch können und haben sich selber immer per Flaschenzug nach oben transportiert...)
...
Auf jeden Fall bin ich am Schluss meiner "Rundreise" im Hundertyen-Laden hängen geblieben und hab jetzt schon ein paar Häckchen auf meiner Dinge-die-ich-für-Freunde-mitbringen-soll-Liste stehen! ;)

Sooo... und da ich gestern irgendwie mehr Bilder geschossen, als Erlebnisse zu berichten habe:
Hier noch ein paar Fotos:

Das ist übrigens kein echtes Holz (bis auf die Bäume versteht sich!) ... Der Rest ist aus Plaste!



Da war ich gestern! ^o^

Ein Buddha für meine Allah! ... Ich hätte ihn echt gerne für dich unauffällig in meine Tasche gesteckt, aber leider hätte ich damit das Fassungsvermögen meines Rucksacks gesprengt! ^^'