Donnerstag, 28. April 2011

Mittwoch, 27. April 2011

Es gibt Neuigkeiten:

Wenn alles so bleibt, wie bisher, dann ... *Trommelwirbel* ... sitze ich am 25. Mai in einem Flugzeug, das mich zurück nach Japan bringt, wo ich die letzten 3 Monate meines "Praktikums" abarbeiten werde! ^o^ Juhu!!!

Auf Grund der aktuellen, den Umständen entsprechend guten Situation und der Tatsache, dass auch schon wieder einige meiner Kommilitonen nach Tôkyô zurückgekehrt sind, habe ich mich zu diesem Schritt entschieden.
...
Ok... eigentlich stand der Entschluss schon fest, als ich Ende März mein Flugtickt auf den 25ten verschoben habe...

Das einzig Blöde an der ganzen Situation ist bloß, dass so ziemlich alle wichtigen Sachen, wie Dirndl immer noch auf Schiffen um die Welt schippern und wann-weiß-ich hier eintreffen werden! <<

Aber ich bin frohen Mutes, dass bis zum Tag X wenigstens ein paar meiner Sachen hier eingetroffen sind!

In diesem Sinne:

Noch schöne Tage

Eure Watzke-san

Montag, 28. März 2011

Montag, 28. März 2011


Hallöchen! ^o^

Da schon mehrere Leser meinten, die Tatsache, dass ich nichts mehr im Blog veröffentliche, würde sie irritieren, habe ich mich dazu entschlossen vielleicht doch noch ein kleines aktuelles Statement zu verfassen.

Also:
Ich bin nun schon seit über einer Woche wieder in Deutschland.
Mit meiner weichen Bettmatratze, den Minigeldscheinen und dem Rechtsverkehr habe ich noch so meine Schwierigkeiten, aber ich gewöhne mich allmählich daran!

Der Flug war lang aber ziemlich interessant.
Ich hatte einen Platz am Fenster und konnte den ganzen Flug über die Landschaft unter mir bewundern. Sibirien von oben hat schon was! *.*

Nach einer Zwischenlandung in Seoul, trafen wir gegen 18.30 Uhr am Frankfurter Flughafen ein und dort ging es humpelnderweise zum nächsten Lufthansa-Ticketschalter.
Um 22°° ging mein Flieger nach Dresden und gegen 24°° saß ich auch schon mit meinen Eltern bei Bier und Schnaps und habe ihnen die Ohren abgekaut.

Ach, dass mit dem Humpeln ist eine lustige Geschichte:
Die ganzen letzten 6 Monate habe ich mich bemüht Unfälle zu vermeiden. Doch an meinem letzten Tag war ich echt unvorsichtig und machte das, was ich am liebsten tue:

Treppenstufen hinauf fallen.
Nur diesmal traf es nicht meine Schienbeine, sondern ich landete genau mit meinem Knie auf der scharfen Stufenkante.
Das Loch war schon recht groß und das Blut floss in Strömen.
Nachdem ich die Wunde desinfiziert hatte und meine Arbeitskolleginnen meinten, dass sie wegen so etwas nicht zum Arzt gehen würden, bin ich nach Hause gehumpelt.
Panik hatte ich schon, denn eigentlich soll man mit frischen Wunden nicht fliegen... aber letztendlich war mir das dann auch egal.

Das war also mein letztes großes Erlebnis in Japan, was ich bestimmt nie vergessen werde. Auch deshalb nicht, weil ich bestimmt ne hübsche Narbe behalten werde! ;)

Samstag, 19. März 2011

Samstag, 19. Maerz 2011

So... Ich sitze gerade am Flughafen und tippe diesen Eintrag an dem iPad einer Freundin. Was es alles gibt... So eine Technik ist schon toll, auch wenn ich nicht so ganz mit dem Teil klar komme...

Mit dem Zug war ich um 6.32 Uhr am Flughafen, doch die Lufthansa hat ihren Check-In erst um 9.00 Uhr geöffnet...
Das war der Anlass, weshalb ich seit langem mal wieder so richtig auf deutsch geflucht habe...

Naja, ich habe mein Ticket, meine Tasche war leicht genug und ich habe ausgiebig gefruehstueckt. (Gott, dieses nicht existieren von oe, ue, und ae an diesem Teil ist echt gewoehnungsbeduerftig!)

Aber um 12.00 Uhr geht mein Flug und um 19.25 Uhr bin ich in Frankfurt. Und das alles an einem Samstag...
Das ist das Wunder der Zeitverschiebung! :)

Also bis bald...

Eure Watzke-san!

Freitag, 18. März 2011

Freitag, 18. März 2011

So...
Tasche und Rucksack sind gepackt. Ich bezweifle zwar, dass meine Tasche 20 kg wiegt, aber das ist mir momentan relativ egal.

Um 22°° geht es ab zum Bahnhof und in Richtung Flughafen.
Zwar geht mein Flug erst morgen Mittag, aber wer weiß was passieren könnte.
Ich will nicht meinen Flug verpassen, weil die Züge auf einmal nicht mehr fahren.
Bis jetzt hoffe ich, dass ich die Nacht am Flughafen verbringen kann...

Eigentlich wollte ich bis 20°° schlafen, aber da mich schon Ôgawa-san und Tajima-san aus dem Dösen geweckt haben, gebe ich es auf.
Mir gehen im Moment sowieso viel zu viele Gedanken durch den Kopf...

...
Zum Beispiel, dass ich gestern ja gar nicht geschrieben habe...
Also, ich habe meine restlichen 3 Pakete zur Post gebracht, war mit Ôgawa-san und ihrer Tochter Mittagessen und am Abend gab es eine kleine Abschiedsparty für mich. Komischerweise genau in dem Restaurant, in dem ich auch meine erste Mahlzeit in Japan eingenommen habe.
Es war ein schöner Abend.

Und heute war ich noch ein letztes Mal (hoffen wir mal nicht) in Little World. Zum Glück haben sich alle zusammengerissen, so war es erträglicher.
Man hat gemerkt, dass sich der Schrecken vom Dienstagabend gelegt hatte.
Wir waren alle gefasst.
Tränen sind nicht geflossen, aber dafür... Ach nein! Das erzähle ich euch lieber wenn ich wieder in Deutschland bin! ;)

Ich werde jetzt das Okonomiyaki essen, dass Tajima-san mir vorbei gebracht hat, mir meine Strümpfe anziehen und mich dann vielleicht doch nochmal hinlegen...

Update:
Und natürlich werden meine sorgfältigen Pläne mal wieder über den Haufen gefahren.
Eine Freundin hat mich gerade darüber informiert, dass der Flughafen über Nacht geschlossen hat. Ich kann mir das zwar nicht so ganz vorstellen, habe aber gleichzeitig auch keine Lust draußen in der verdammten Kälte zu sitzen, weil man mich raus geworfen hat. Das Leute so herzlos sein können kann ich mir zwar auch nicht vorstellen, aber "wer weiß was passieren könnte"?!
Also Plan B: Morgen mit dem ersten Zug...

Mittwoch, 16. März 2011

Mittwoch, 16. März 2011

Mein Appartement ähnelt einem Schlachtfeld:
Überall stapeln sich Sachen, die ich mitnehmen, hier lassen bzw. entsorgen will.
Zum Glück hat Ôgawa-san mir gerade eben noch eine kleine Bananenkiste vorbei gebracht, so schaffe ich es vielleicht doch mit der Anzahl an Gepäck abzureisen, mit der ich auch hier angekommen bin.

Zwar geht für diese ganze Postverschickungsaktion nun auch endgültig mein letztes Gehalt drauf, aber wenigstens stürze ich mich nicht in Schulden.

Ansonsten war ich heute Vormittag in Nagoya und habe dort mein Visum so "ausrüsten" lassen, dass ich, falls ich den Wunsch verspüren sollte nach Japan zurück zu kehren, dies auch tun kann.
Somit habe ich, sollte sich doch noch alles zum Besseren wenden, die Möglichkeit mein Praktikum weiterzuführen.
Und ich bete dafür, dass nichts weiter mehr passiert... Schon alleine wegen der ganzen lieben Menschen, die ich hier kennen lernen durfte...

Momentan macht man sich hier auch am meisten wegen der ganzen, zum Teil noch sehr starken, Nachbeben sorgen. Gestern Abend war es wieder soweit. Und diesmal hat man es sogar in Gifu gespürt und der Fuji-san soll mächtig gebebt haben.
Hier in Inuyama war allerdings alles ruhig.
Zuerst dachte ich ja, dass ich es vor lauter Herumtelefoniererei und dem Hin und her gehetzte zwischen Maries und meiner Wohnung nicht mitbekommen habe. Doch dann wurde mir klar, dass Marie wenn sie auch nur den kleinsten Verdacht gehabt hätte, definitiv was gesagt hätte.

Desweiteren ist sie heute gegen 13°° nach Europa zurück geflogen. Gestern Abend hat wohl noch jemand seinen Flug storniert.
Aber ich habe keine Ahnung, wie sie es geschafft hat in weniger als 24 Stunden ihren gesamten Kram zusammen zu packen.
Insofern bin ich echt froh, dass ich erst am Samstag fliege... So habe ich Zeit in aller Ruhe zu packen und mich noch einmal angemessen vom Großteil meiner Arbeitskollegen zu verabschieden.
Denn am Freitag werde ich noch mal nach Little World fahren und dort das komplette Abschiedsprogramm durchziehen: Abschiedsbriefe verteilen, Abschiedsfotos schießen, alle noch mal drücken und natürlich heulen, heulen, heulen. ><

Meine Gedanken fahren derzeit Achterbahn.
Von "Ich will hier nicht weg und werde es bestimmt bereuen abgebrochen zu haben!", über "Wieso warst du nur so blöd und hast deine gesamten Unternehmung für den Frühling geplant!?", bis zu "Hey, ich habe ein halbes Jahr in Japan leben dürfen. Ich darf mich glücklich schätzen, dass ich diese Chance überhaupt bekommen habe!".

Aber im Grunde bin ich doch erleichtert, dass ich eine Entscheidung getroffen habe.
Glücklich bin ich nicht darüber... aber erleichtert!

Dienstag, 15. März 2011

Dienstag, 15. März 2011

6.37 Uhr:
Nach einem morgenlichen Telefonat mit meinen Eltern, die zum Glück keine Panik verbreiten, ist meine Entscheidung abzuwarten nun sicher!
Ich werde mich heute mit Wasser und Lebensmitteln eindecken, denn sollte der Ernstfall eintreten, dann (wie Aileen ja schon bemerkte) werde ich kaum ein Flugzeug bekommen. Dann heißt es sich im Haus verbunkern und abwarten.
Derzeit steht der Wind günstig, sodass das Innenland nicht gefährdet ist. Und selbst wenn: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Regierung es ohne Kommentar zulassen würde, eine Millionenmetropole wie Tôkyô einfach so der Verseuchung aus zu setzten.

Meine Entscheidung steht... mal sehen wie es heute Abend aussieht.

Ach, und an alle, die hier Kommentare oder mir Mails schreiben wollen:
Ich bin momentan echt anfällig.
Also überlegt lieber zweimal was ihr schreibt, bevor ihr auf den Abschicken-Knopf drückt. Es ist zwar lieb, dass sich so viele um mich sorgen (was mir auch echt leid tut), aber wenn ihr Panik verbreitet, kann ich dankend darauf verzichten.
Auch wenn es nicht einfach ist: Versucht sachlich und ruhig zu bleiben!
Vielen Dank

21.06 Uhr:
Kaum zu glauben, wie sich in nicht einmal 12 Stunden alles ändern kann.
Denn nachdem ich auf Arbeit das gehört habe, was alle Nachrichten der gesamten Welt schon seit Tagen beschreien, ich in Tränen ausgebrochen bin und mich mit der Botschaft und meiner Mutter am Telefon beraten habe, hat man mir einen Flug gebucht.
Es war nicht leicht noch einen Flug zu bekommen... Daher fliege ich am Samstag.
Als ich nach Hause kam, habe ich abermals ein langes Gespräch mit den Botschaftsleuten geführt und sie meinen, dass sollte die Natur komplett gegen Japan sein und der Wind dreht, erst einmal für Nagoya generell keine Gefahr bestehen würde.
Damit habe ich noch einigermaßen Zeit, mein Zeug ohne Panik zusammen zu packen.

Und nun hat sich die Panik auch wieder gelegt. Ich habe meinen Flug und komme ohne Probleme aus dem Arbeitsvertrag raus.
Aber trotzdem kann ich nicht aufhören zu heulen.
Vor einer Stunde dachte ich noch, dass mir die Angst die Tränen in die Augen treiben würde (wie es noch gegen 15 Uhr der Fall war).
Doch eigentlich bin ich extrem traurig, dass ich hier weg muss. Es war heute sehr schlimm Little World zu verlassen. Viele, die ich ins Herz geschlossen habe, sind zu mir gekommen, haben geweint und mich ganz fest gedrückt. Aber gerade die meinten zu mir, dass es besser ist, wenn ich abreise. Ich sei noch jung und komme bestimmt mal wieder nach Japan und sei es als Rentner.

Ich würde am liebsten alle mit nach Deutschland nehmen!
So habe ich mir meine Abreise wirklich nicht vorgestellt...

Montag, 14. März 2011

Montag, 14. März 2011

Ok... von offizieller Tôkyôter Studentenseite wurde mir bestätigt, dass sämtliche Studenten der MLU morgen Japan verlassen werden.
Und ich sitze hier, versuche die beschissenen Nachrichten zu verstehen (die ja, sowieso teilweise beschönigend sind (das ist nun auch mir klar)) und rege mich auf, weil ich hier mit absolut niemanden reden kann.

Ich war echt den ganzen Tag über ruhig... besorgt aber ruhig.
Zumal ich bei meinen Kollegen momentan diese Ich-vertrete-stehts-die-öffentliche-Meinung-und-behalte-meine-Gedanken-für-mich-damit-ich-mich-nicht-angreifbar-mache-Einstellung beobachten konnte. Was mich zugleich erstaunt und schockiert hat.
Hier macht sich echt keiner Sorgen (jedenfalls sagen sie es).

Doch nun, bei dem Gedanken die Letzte aus Halle zu sein, wird mir übel.
Andererseits sind Fukushima und Tôkyô weit weg und selbst in den deutschen Nachrichten haben sie noch nichts über mögliche Gefahren für Zentraljapan gesagt.
Auch kann ich nicht einfach so abreisen. Ich bin hier kein Student. Ich bin ein fest einkalkulierter Teil einer Arbeitsgemeinschaft. Und wenn ich hier abreise, dann ist das endgültig. Ich könnte nie wieder zurück (es sei denn ich gewinne mal im Lotto).

Ihr seht, Irene und Frances, ich bin weder besonders mutig, geschweige denn loyal.
Ich habe genauso viel Schiss, wie alle anderen (auch wenn die es nicht zugeben wollen).Wenn es wirklich zu einem GAU kommen sollte, dann ist das erste was ich mache mir einen Flug nach Frankfurt zu buchen!
Ich möchte nur nichts überstürzen. Momentan ist es ja wohl das Schlimmste noch nicht eingetroffen. Wobei ich mich hier nur noch auf die deutschen Infos verlasse.
Noch ein Punkt, denn ich zum Kotzen finde:
Man kann mich wirklich nicht leicht enttäuschen, aber das die japanische Regierung immer um den heißen Brei herum redet, Informationen verheimlicht, damit es nicht zu einer Massenpanik kommt und einfach kein Mensch die Eier hat mal Klartext zu reden, hat mich wahnsinnig enttäuscht.
Sowas hätte ich einfach nie von Japan erwartet.

Tut mir im Übrigen leid, dass ich euch hier so zu texte, aber das Schreiben hilft.
Ich fühle mich jetzt auch ein bisschen besser, als noch vor einer halben Stunde.

Ich werde jetzt erstmal mein Paket weiter mit Dingen packen, die ich momentan als unnötig empfinde, die mir allerdings doch wichtig genug sind, dass ich sie im Erstfall nicht hier lassen will.

Update:
Nach einem einstündigen Gespräch mit Marie, deren Eltern jetzt wirklich Panik machen und sie aufgefordert haben sofort morgen in den Süden des Landes aufzubrechen, habe ich dann doch mal bei der Deutschen Botschaft in Tôkyô angerufen.
Und mein Gesprächspartner hat es geschafft, dass ich diese Nacht wohl doch einigermaßen ruhig schlafen kann.
Denn in Tôkyô ist die Lage lange nicht so katastrophal, wie es in den deutschen Medien publiziert wird.
Und nachdem er sich über die dt. Medien ausgelassen hat, meinte er, dass ich natürlich für mich selber entscheiden muss, was ich machen will... Er würde mir aber in der derzeitigen Situation dazu raten ab zu warten.
Und das werde ich auch erst einmal machen. (Da es jetzt 22.30 Uhr ist, bleibt mir sowieso nichts anderes übrig!)